SCHALOM e.V. ● Heinrich-Zille-Straße 15 ● 09111 Chemnitz ● Telefon: 0371 . 69 57 769 ● Mobil: 0172 . 91 50 345
Spendenkonto ● Deutsche Bank AG ● Kontonummer: 373 71 37 ● Bankleitzahl: 870 700 24
 
Startseite Verein Zahlen / Fakten Vorstand Veranstaltungen SCHALOMKunst Medienauswahl Wir danken Kontakt / Links  

Die Friedenstaube » Frère Roger «

 

Der Landshuter Künstler Richard Hillinger hat zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen, am 10.12.2008 dreißig goldfarbene Tauben in Lebensgröße geschaffen. Jede einzelne Taube, die alle einen Ölzweig im Schnabel tragen, fliegen seit 2008 durch die Welt – von Person zu Person, von Institution zu Institution. Wobei die Empfänger sich verpflichten, weiterhin – in ganz besonderer Weise für die Erhaltung der Menschenrechte, für Gerechtigkeit und Menschenwürde – weltweit, einzutreten.

 

Die Aktion wurde zusammen vom Künstler mit dem in Landshut geborenen Bundespräsidenten außer Dienst Prof. Dr. Roman Herzog gestartet.

Diesem Patronat haben sich inzwischen viele Persönlichkeiten abgeschlossen: so zum Beispiel Vaclav Havel, Michael Sergejewitsch Gorbatschow, Shiri Ebadi, Desmund Mpilo Tutu, Dalei Lama, etc.

Die Tauben des Landshuter Künstlers sind weltweit unterwegs. Sie flogen unter anderem auch vom ägyptischen Museum in Kairo in das Metropolitan Museum nach New York. Eine andere flog über Japan und wieder eine andere direkt zum Pastor der Leipziger Nikolai – Kirche, Christian Führer.

 

Diese Taube, mit dem Namen von Frère Roger hat der Künstler Richard Hillinger nach Mühlhausen geschickt, damit sie von hier aus ihren ganz eigenen Weg finden kann zu Menschen, die sich der Erhaltung der Menschenrechte verpflichtet fühlen. Die sich aber genau so intensiv für die Wahrung der Menschenwürde, für Toleranz und Akzeptanz Menschen verschiedener Religionen, Kulturen und Hautfarben.

 

Frère Roger ist der Gründer der ökumenischen Bruderschaft Communauté de Taizé. Im Mai 1940 war Roger Schutz in Taizé eingetroffen, wo er sich in einem verlassenen Haus einrichtete. In seinem Haus fanden Flüchtlinge, vor allem Juden, Schutz vor der Gestapo, denn Taizé lag unweit der damaligen Demarkationslinie zum besetzten Frankreich. Nach Kriegsende kümmerte er sich um deutsche Kriegsgefangene. Geleitet von dem Vorbild seiner Großmutter, die im Ersten Weltkrieg Flüchtlinge aufgenommen hatte und sich bemühte, die durch den Krieg verfeindeten Christen miteinander auszusöhnen, setzte er sich als Ziel, Taizé zu einer Stätte des Gebets, des Friedens und der Aussöhnung zwischen allen Menschen christlichen Glaubens zu machen.


Frère Roger, als Vorkämpfer der Ökumene verehrt, ist eine der großen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Die Brüdergemeinschaft von Taizé, ist heute weltweit bekannt. Nach wie vor ist deren Faszination mit der Strahlkraft ihres Gründers verbunden. Was er begann, ist heute eine globale Bewegung: die Treffen tausender Jugendlicher in Taizé, als auch in den großen Weltstädten.

 

Frère Roger wurde am 16. August 2005 während des Abendgebetes von einer psychisch kranken Rumänin in der Versöhnungskirche von Taizé erstochen.

Sein Vermächtnis lautet:
„Am Abend unseres Lebens wird es die Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben, wachsen und sich entfalten lassen, in Barmherzigkeit für jeden Menschen.“ Frère Roger

Mit den Brüdern von Taizé haben wir beschlossen, dass die Taube »Frère Roger« dem Artikel 1 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zugeordnet wird.

 

Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.


Der Weg der Taube »Frère Roger« seit Februar 2011
Die Taube nahm ihren Weg von Mühlhausen aus zu den „kleinen Schwestern Jesu“ nach Gräfentonna in Thüringen:
Iranische Flüchtlinge die hier in Deutschland leben und aktiv im Verein zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran tätig sind, haben durch die Taube Kraft für ihr Engagement geschöpft. Sie sorgen sich um das Wohl und das Leben ihrer Familien und Freunde im Iran:
Weiter flog die Taube in die Polizeidirektion Magdeburg;
Von dort fand sie den Weg zu Pfarrerin Gabi Herbst, zum Weißen Ring, zu den Ausländerbeauftragten der Stadt, zum Begegnungsfest zu Himmelfahrt;
Von dort aus flog sie direkt zum Kirchentag nach Dresden, in das Nachtgebet mit Margot Käßmann aud dem Altmarkt;
Weiter an den Stand von Publik - Forum auf der Medienmeile;
Und in die Stasigedenkstätte von Dresden;
Von dort aus flog sie ins Martin – Luther – King – Zentrum nach Werdau / Sachsen;
Dann war sie bei den Brüdern und beim Jugendtreffen in Taizé – Frankreich;
Im September war sie in Halle, im Oktober in Bamberg, im November in Erfurt;
Im Dezember 2011 / Januar 2012 war sie während des europäischen Jugendtreffens von Taizé in Berlin;
Ab 21. März 2012 war sie bei Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter im Rathaus Jena und sicher auch noch an anderen Orten;
Seit dem 16. Juni 2012 ist sie bei Herrn Uwe Dziuballa, dem Ehrenvorsitzenden des SCHALOM e.V. in Chemnitz
Und wird danach eine Weile zu Gast in der Friedensbibliothek in Berlin sein.


Sehr geehrter Herr Uwe Dziuballa,

wir sind überzeugt, dass die Taube ihren Weg hierher gern gefunden hat. Sie soll Ihnen und den Menschen, die mit Ihnen in Chemnitz auf dem Weg sind, Kraft, Stärkung und Ermutigung sein. Sie wird eine Weile hier rasten, sicher auch noch andere Stationen finden, bevor sie wieder fliegt. Sie werden viele Überraschungen mit ihr erleben. Das ist allen so ergangen, die sie in ihren Händen hielten. Da beziehen wir uns mit ein.

 

Der Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröder aus Jena hatte sie zuletzt. Und er schrieb uns: „Liebes Ehepaar Vater! Die Friedenstaube »Frère Roger« hat mich gestärkt und erfreut und ist in den letzten Wochen von vielen gesehen und bewundert worden. Nochmals herzlichen Dank, Gott segne Sie, Ihr Albrecht Schröter“

Und das wünschen wir Ihnen ebenso von ganzem Herzen. Haben Sie eine gute Zeit mit dieser Taube.

Eberhard und Christina Vater

 

Taube


Auf dem Foto von Harald Krille sind zu sehen:
Christina Vater, Taube »Frère Roger« und Uwe Dziuballa

 

 

 

Kurzbeschreibung

 

... Aber Wissen heißt nicht verstehen! ...

 

Der deutsch-israelisch-jüdische Verein Schalom wurde am 09. September 1998 von sieben jüdischen und nichtjüdischen Bürgern der Stadt Chemnitz gegründet.

 

Im achten Jahr seines Bestehens zählt Schalom inzwischen 154 Mitglieder aus Deutschland, Israel, den USA oder Frankreich und ist fester Bestandteil des kulturellen, sozialen und religiösen Lebens der Stadt. Die Arbeit des Vereines erstreckt sich in unterschiedlichen Projekten und Aktivitäten auf die Gebiete Bildung, Kultur, Soziales und Religion. Schalom versteht sich als offene Plattform für alle, die, gleich welcher Überzeugung oder Religion, für ein friedliches und tolerantes Mit- und Nebeneinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität eintreten.

 

Dabei stützt sich der Verein auf das Engagement seiner Mitglieder, die als Unternehmer, Studenten, Grafikdesigner, Musiker, Ingenieure, Arbeitslose, Rentner, Journalisten oder Schüler ihre beruflichen und individuellen Fähigkeiten einbringen, um die jährlich rund 250 Einzelaktivitäten von Schalom zu realisieren.

 

Zu diesen Aktivitäten zählen Vorträge in Schulen zum Judentum und jüdischen Leben in Deutschland ebenso wie Stadtrundgänge auf den Spuren jüdischer Kultur, Architektur und Religion oder auch Informationsveranstaltungen für Lehrer, den Bundesgrenzschutz, Behörden und christliche Kirchgemeinden. Zudem bietet der Verein für Schülerprojekte verschiedene Vortragsveranstaltungen zu jüdischer Kultur und Religion an, bei denen auch jüdische Küche in Deutschland und Israel vorgestellt wird.

 

Weiterhin arbeitet Schalom seit fünf Jahren in verschiedenen Projekten eng mit der Chemnitzer Schule für Blinde und Sehbehinderte zusammen und beteiligt sich seit mehreren Jahren an dem von Schalom initiierten Gemeinschaftsprojekt von Christen, Moslems und Juden, das den Namen „Eine Erde, ein Leben“ trägt.

 

Schalom nahm ebenfalls an Aktionen teil, in denen Diskussion und Auseinandersetzung mit rechtsorientierten und rechtsradikalen Jugendlichen in Chemnitzer Jugendclubs geführt wurde. Der Verein ist ebenfalls an der Arbeit der Chemnitzer Tafel beteiligt, die sich für sozial schwache und benachteiligte Bevölkerungsgruppen einsetzt.

 

Ein wesentlicher Teil der Schalom-Aktivitäten ist die Arbeit mit jüdischen Immigranten, für die in insgesamt acht Klassen zweimal wöchentlich zweistündige Deutschinformationskurse angeboten werden. Eine z.Z. ehrenamtliche Sozialarbeiterin hilft zumeist älteren Einwanderern beim Schriftwechsel mit Behörden und begleitet bei Bedarf zu diversen Terminen.

 

„Farben und Gefühl“ nennt sich ein von Schalom initiierter wöchentlicher Zeichenkurs, bei dem sich deutsche und jüdische Kinder bei Malerei und Grafik auf der Ebene der Kunst begegnen und kennen lernen können.

 

Deutsch-jüdische Kultur und Musik wird seit gut vier Jahren monatlich durch Konzerte der im Vereinssitz gegründeten „Die Yankele Kapelle“ einem breiten Publikum auf musikalisch unterhaltsame Weise näher gebracht. Ergänzt wird dies durch die ebenfalls regelmäßigen Schalom-Stammtische, zu denen Vorträge von unterschiedlichen Gästen zu und über jüdische Kultur geboten werden. Dabei lebt diese Reihe vom ehrenamtlichen Mitwirken der jeweiligen Referenten und Dozenten, die Fachleute auf ihrem Gebiet sind.

 

Auch die Beteiligung an Veranstaltungen anderer Vereine und Institutionen gehören zum ständigen Wirkungsbereich des Vereines. Der jährliche Kindertag, das Chemnitzer Stadtparkfest sowie die Interkulturelle Woche und auch die Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz mit Zehntausenden Besuchern sollen hier nur als einige wenige Beispiele dafür genannt sein.

 

Bis 2004 war es Schalom auch noch möglich, einmal im Jahr ein Theaterfest mit dem jüdischen Theater „Mechaje“ aus Rostock sowie auch ein im zweijährigen Turnus stattfindendes Jugendtreffen von israelischen und deutschen Jugendlichen auszurichten. Dies steht für die Zukunft aus finanziellen Gründen in Frage, da der Verein zur Realisierung seiner Arbeit von seiner Gründung an nur auf finanzielle Eigenmittel zurückgreift, die sich aus Vereinsbeiträgen, Spenden und erwirtschafteten Mitteln aus dem Schalom–Restaurant-Gastronomiebetrieb zusammensetzen. Da es durch Sachbeschädigungen mit antisemitischem Hintergrund im Umfeld des Restaurants im Umfang von rund 63.000 Euro kam, war der Finanzierungsanteil von 23 Prozent nicht mehr zu leisten. Dies führte zu einer erheblichen und einschneidenden Einschränkung der Möglichkeiten, grundlegende Sachleistungen zur Vereinsarbeit zu finanzieren oder den Wirkungskreis des Vereines in dem bis dahin erarbeiteten Umfang zu gewährleisten.

 

Somit steht nun auch die Realisierung des von „Die Yankele Kapelle“ und Schalom initiierten zweitägigen Friedens- und Kulturtreffens für den Sommer 2006 in Frage, zu dem Tausende Gäste aus Polen, Tschechien, Israel und dem gesamten Bundesgebiet erwartet werden. Auch die Unterstützung und Förderung des in Chemnitz wiederbelebten jüdischen Fußballvereines „Makkabi“ konnte aus Mangel an finanziellen Mitteln nicht fortgeführt werden. Nur durch die Hilfe der Jüdischen Gemeinde Chemnitz war die Fußballmannschaft am Leben zu halten.

 

Schwerpunkt aller Vereinsprojekte ist die kontinuierliche und nachhaltige Arbeit zur Wiederbelebung, Stärkung und Fortführung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Deutschland sowie die lebendige und aktive Gestaltung des deutsch-jüdischen Miteinanders in der „Normalität“ des Alltags. Schalom steht für die Überzeugung, dass die Bekämpfung und Prävention rassistischer, nationalistischer und rechtsextremer Bewegungen und Gedanken am wirksamsten mit der Einbindung deutsch-jüdischen Lebens in die direkt und permanent erlebbare und lokal verwurzelte Alltagskultur der Bundesrepublik zu erreichen ist.

 

Stand

April 2006

Nisan 5766

 

zurück zum Seitenanfang

 

 

 

 

 
 
Copyright © 2000 [Uwe & Lars Ariel Dziuballa]. Alle Rechte vorbehalten.